Heute war es endlich so weit. Theo ist gefühlt schon eine Ewigkeit an meiner Seite. So lange, dass ich teilweise gar nicht mehr an das reiten gedacht habe, bin ich ja schon immer an seiner Seite und nicht auf seinem Rücken mit ihm durch die Welt gezogen.
Seit Mai ist er nun in Beritt und heute kam der Tag an dem ich das erste Mal auf meinem Pferd reiten würde.
Mein Herz schlug vor Aufregung so laut, dass ich nur noch das Pochen hören konnte. Ich wollte nur in den Sattel und konnte mich kaum zügeln. Ich legte den einen Fuß in den Steigbügel und stieß mich vom Boden ab. Erwartet und doch ganz plötzlich, saß ich das erste Mal auf meinem Pferd.
Wie sich das anfühlte?

Ich reite seit 15 Jahren. Hatte so viele verschiedene Pferde unterm Sattel. Und doch war dies etwas ganz Neues.
Sitze ich bei anderen Pferden das erste Mal immer mit ein bisschen Misstrauen und Skepsis auf dem Rücken (denn die Pferde auf denen ich reiten lernte waren einfach zu fies gewesen) fühlte es sich hier völlig anders an.

Ich saß auf und spürte all die Abenteuer die wir erlebt hatten… jeden Lachkrampf den ich durch ihn je gehabt hatte. Ich spürte noch mehr wie sonst die Liebe zu ihm, spürte das Vertrauen das ich Tag für Tag mehr in ihn gewann und vor allem spürte ich die viele Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Und ich war einfach nur glücklich.

Keine Angst, keine Sorge, Kein Misstrauen oder Skepsis. Trotz jungem Pferd! Einfach nur Glück, auf dem Rücken meines Pferdes zu sitzen, mit dem ich schon so viel Erlebt habe.
Wir gingen ein paar Runden Schritt und danach folgte der Trab. Was ein toller Kerl!
Nach einer Weile stieg ich ab, doch das Hochgefühl sollte noch lange anhalten.
Auf dem Weg nach Hause, nachdem ich jedes Leckerli in das Pferd gestopft hatte, dass ich gefunden habe und mich kaum von meinem eigenen Geklammer um seinen Hals lösen könnte, fragte ich mich lauter Verrückte Sachen. Hatte sich so Neil Armstrong gefühlt, als er den Mond betrat? Fühlte es sich so an, als Christoph Kolumbus den Fuß auf das unbekannte Land „Amerika“ setzte?

Ich weiß es nicht. Sicher ist jedoch, dass für mich heute meine Landung auf einem anderen Stern und die Entdeckung eines neuen Landes war. Ich kann es kaum erwarten, dass es weiter geht. Ich kann es kaum erwarten, mit Theo ein neues Kapitel zu beginnen und die Seiten unseres Buches mit weiteren Abenteuern zu füllen.
Der 14. Juli 2017 wird mir für immer in Erinnerung bleiben.