Jaaa wenn man mal Blut geleckt hat nä?

Ich wollte unbedingt wieder ausreiten. Diesmal alleine. Einfach um zu wissen, wie es ist. Zur Sicherheit schrieb ich meinen Freundinnen das ich nun ausreite und mich zurück melde, wenn ich wieder am Stall bin.

Ich schnappte mir also Hund und Pferd und ging in den Wald. Wieder stieg ich sofort auf doch diesmal hatte ich mehr Zeit und konnte meinem Pferd meine gesamte Aufmerksamkeit schenken. Ich spürte wie unsicher Theo war.

So lange waren wir neben her gelaufen und hatten Hürden zusammen gemeistert. Nun schien er nervös zu sein, war ich ja aus seinem Blickfeld verschwunden und er musste sich dem Wald und all seine „Gefahren“ alleine stellen. Ich kraulte seinen Mähnenkamm und sprach viel mit ihm, um ihm zu zeigen, dass ich immer noch da war und wir auch weiterhin alle Abenteuer gemeinsam meistern werden.

Er reagierte sehr schreckhaft (wer die anderen Beiträge kennt, weiß dass Theo eigentlich alles andere als schreckhaft ist). Er ging oft zu schnell, schaute gestresst in den Wald hinein und horchte auf jedes Geräusch. „Theo, wehe du zischst mit mir hier oben ab.“

Ich hatte einen unglaublich bösen Ohrwurm von „American Pie“. Also fing ich an zu singen: „Looong Looong Time agoooo…“ Ich entspannte mich und Theo wurde auch ruhiger, blieb aber trotzdem noch unsicher…vielleicht auch wegen meinem geträllere da oben (ich kann nicht singen)…
„Baaad news on the doorstep. Komm Theo sing mit! And I couldn’t take one more stääääääp!”

Jay der auch dabei war, spürte scheinbar die sich ausbreitende gute Laune und kam freudig angehopst. Er überholte uns (als Hütehund hält er meistens hinten die Stellung und stellt sicher, dass niemand verloren ging) und lief ein gutes Stück vor uns her. Theo fand es gar nicht in Ordnung, dass Jay nun vorne läuft und erhöhte sein Tempo wieder. Er gehört ja wohl an die Spitze.
Ich hatte keine Lust auf Diskussion also ließ ich die beiden machen und sang fröhlich weiter: „I can’t remember if I crieeeeeeed when I….“

Wir kamen an eine Zweigung: Links ging es zum Stall, den man auch schon sehen konnte, rechts drehte man eine extra Runde. Ich wollte links, denn wenn etwas so gut läuft, sollte man es nicht ausreizen, doch Theo drehte rechts. „Na gut, dann eben rechts. Und jetzt alle!!!! BYYEEE BYYYEEE MISS AMERICAN PIEEEE!!!“

Und so liefen wir, ein Corgi, ein Haflinger und die trällernde Steffi, gemütlich durch den Wald. Wir kamen später ohne Vorkommnisse am Stall an. Auf dem Reitplatz spielten wir noch ein bisschen und alberten rum. Hach ich liebe das alles so sehr <3