Wenn ihr mal richtig Lust auf ein gutes Training der Trittsicherheit eures Pferdes habt, dann besucht das Felsenmeer im Odenwald.

Das Felsenmeer ist wirklich ein Meer aus Felsen, am Rande eines Waldes. Der Legende nach sollen zwei Riesen, die kurz vorher Streit bekamen, sich mit Felsen beworfen haben. Finde ich, is ne logische Geschichte. 😉

Natürlich sind wir nicht mit den Pferden die Felsen hochgekrabbelt. Es führen Wege, schlangenartig durch das Felsenmeer hindurch. Viele größere Steine liegen verteilt herum, sodass man gut aufpassen muss wo man hin tritt.

Es waren viele Menschen da (überwiegend Kinder) wodurch die Pferde einiges zu sehen hatten. Der Kinderspielplatz war leer, denn alle Kinder kletterten auf den Felsen rum, sodass wir mit unseren Pferden kurz drauf sind, um ihnen die seltsamen Dinge dort zu zeigen. Die Pferde waren mal wieder unbeeindruckt und so liefen wir Richtung Wald und somit Richtung Felsenmeer.

Durch den Wald mussten wir steile Wege hinauf, und wieder hinab und wieder hinauf…und wieder hinab. Es führt eine Art Treppe mit lauter Holzstangen, oder wie wir Reiter sie nennen würden: Trabstangen, bis hoch hinauf auf den Berg. Wie es der Zufall so will, liegen die Trabstangen genau im richtigen Abstand für den Schritt. Da geht das Reiterherz auf 😉 Diese Treppen, die immer wieder vorkamen, waren echt lang und man musste gut aufpassen. Pures Training!

Wir kamen an eine Holzbrücke über die wir drüber mussten. Obwohl wir wussten, dass sie uns locker tragen würde, überquerten wir sie einzeln und zügig. Ich war heilfroh als ich auf der anderen Seite ankam. (Theo fragte sich eigentlich nur wo denn bitte die nächste Wiese sei? Er hätte Hunger.) Auf einer Lichtung, Theos Augen leuchteten über das grüne Gras, machten wir eine Pause. Während Theo das satte Grün buchstäblich inhalierte (er hatte ja auch eine ganze Stunde nichts gefressen der arme Kerl. Das er noch aufrecht stehen konnte! 😉 ) interessierte sich Chap eher für Ronja‘s Salamibrötchen.

Auf dem Rückweg gingen wir einen ruhigeren Weg. Einer davon wurde schmal und wir mussten hintereinander laufen. Ein älteres Pärchen, das uns entgegen kam, machte uns Platz und blieb an der Seite stehen. Da Theo eher den grünen Ästen am Wegesrand und nicht dem steinigen Boden seine Aufmerksamkeit schenkte, sah er den größeren Stein nicht, rutschte ab und zog sich mit Schwung einen Hufschuh aus der ein Stück weiter landete. Die alte Dame schlug die Hände vors Gesicht und zog laut die Luft ein. Ich glaube sie hatte in dem Moment gedacht, Theo hätte seinen kompletten Huf verloren und er müsste jetzt sterben.

Ich unterdrückte ein Kichern, denn sie war wirklich schockiert, und ging weiter (Theo mit einem riesen Ast quer im Maul). Ronja sammelte hinter mir den Hufschuh ein da ich durch die erstarrte Dame nicht wenden konnte.

Als wir vorbei waren, drehte ich mich nochmal um und schaute ob es ihr gut ginge oder ob ich Wiederbelebungsmaßnahmen einläuten müsse, doch sie stand aufrecht. Ihre Hand ruhte erleichtert auf ihrer Brust wobei ihr Mund immer noch offen stand.

Zu ihrer Verteidigung: Es ging echt schnell und der Irrtum war, für eine scheinbare Nicht-Pferdenärrin, berechtigt. Ihr Mann war übrigens ohne auf sie zu warten, weiter den Berg hochgelaufen. Hoffentlich haben die sich später wieder gefunden.

Theo hat sich dabei übrigens auch nicht verletzt, ich glaube er hat es nicht mal wirklich mitbekommen.

Wieder am Hänger luden wir die Pferde ein und fuhren nach Hause. Es war wieder ein sehr gelungener Tag. Solltet ihr auch so tolle Orte haben, gerne Nachricht an mich 😉

Liebe Grüße,

Steffi & Theo