Hoffentlich trete ich mit diesem Beitrag nun keine Lawine los. Ihr kennt das sicher: Man spricht davon, dass es kaum regnet und auf einem tratscht es eine Woche lang. Oder das man laut ausspricht, dass das Telefon im Büro heute gar nicht klingelt und auf einmal bricht die Hölle los.

Ich halte nun meine Pferde seit etwa 3 Wochen in Eigenregie. So viele Menschen im Internet erzählten von der vielen Arbeit die auf einem zu kommt. Von den hohen Kosten in der Pferdehaltung jeden Monat. Und das auch mit zwei Pferden! Ich habe mich aufs Schlimmste gefasst gemacht.

Nun stehen die Pferde also da. Einmal am Tag misten ist fast schon zu viel. Die zwei bekommen nicht mal einen Schubkarren richtig voll.
Das Heu wird praktisch gar nicht leer. Habe nun das Heunetz entfernt, weil ich dachte die mögen dadurch einfach nicht fressen aber nein, sie verbrauchen einfach viel weniger als gedacht. Wenn das so weiter geht habe ich an meinen Heuballen noch bis zum nächsten Sommer. Pferde trinken zwischen 30-50 Liter Wasser am Tag. Ich dachte ich muss mein Wasserfass täglich nachfüllen, aber auch das dauert viel länger als gedacht.

Die monatlichen Kosten? Also sehen wir mal von Reparaturen, Versicherungen, Hufschmied, Tierarzt, Ausrüsttung etc ab sondern nur rein das Pferd und was es verbraucht: Heu, Futter etc. Das ist fast lächerlich was da zusammen kommt.
Wenn ich jetzt einfach mal die reine Zeit am Tag zusammenrechne bei denen ich die Pferde morgens auf die Weide lassen, diese und den Auslauf am Abend abäpple sind es maximal 30 Minuten Aufwand am Tag.
Daraus habe ich nicht die Zeit gerechnet, in der ich mit Jay spiele und ständig den Ball werfe, während ich die Pferde versorge und dazu möglichst bescheuert auf eine gutes Lied über die Weide tanze (es ist einfach alles so toll, da kann man nur gut drauf sein.) Auch ist die Zeit nicht mit drin, in der ich die Pferdeäpfel erneut sammeln muss, weil Theo mir mal wieder die Schubkarre umgeschmissen hat. (Findet der total witzig. Blödmann.)

Was wirklich mehr ist, ist die reine Zeit mit den Pferden. Und das genieße ich in vollen Zügen. Erst bewege ich das eine Pferd, danach das andere. Ich habe keinen Zeitdruck denn ich muss mir mit niemanden den Roundpen teilen. Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen außer auf mich und meine Pferde. Ich kann so pferdegerecht mit den Pferden Arbeiten wie noch nie. Denn ich habe Zeit. Es macht tatsächlich so unendlich viel aus, wenn dein Pferd nah bei dir steht oder man die Fahrtzeit ständig mit einrechnen musste. Ein „ich komme später nochmal“ gab es früher nicht.

Und ja es stimmt, ich war noch nie so oft und so lange bei meinem Pferd. Früher war ich etwa 2 Stunden bei Theo und das auch nicht täglich (er war versorgt, wurde noch nicht gearbeitet und die Fahrzeit war mir oft zu lange sodass ich keine Zeit hatte). Heute sind es nicht untypisch auch mal 5 Stunden. Die Zeit fliegt und ich merke oft erst wie lange ich dort bin, weil ich halb am verhungern bin.
Ich hatte mir die Eigenregie anders vorgestellt. Anstrengender. Ich habe sie maßlos überschätzt. Ich dachte ich würde viel mehr Zeit mit Arbeit verbringen und das die Pferde viel mehr verbrauchen würden. Aber es ist entspannend und ich bin mehr als glücklich. Das beste daran: Die Pferde sind mehr als glücklich. Theo genießt sichtlich die viele Aufmerksamkeit. Ich liebe es einfach. Alles.