Da wollte ich schon immer mal mit Pferd hoch: Auf den knapp 517,4 m hohen Berg an der südhessischen Bergstraße.

Früh morgens packten wir also unsere Sachen und verluden Chap und Theo. Über die Fahrtzeit machte ich mir keine Gedanken, schließlich möchte ich später mit Theo Turniere reiten und da gehören längere Autofahrten nun mal dazu. Je früher er wusste das ihm nichts passierte, desto besser.

Wir fuhren also los während die beiden hinten im Hänger begeistert das Futter fraßen.

Am Fuße des Berges luden wir die Pferde aus. Theo bekam seine Hufschuhe angezogen und Ronja sattelte ihren Chap. Sie befestigte ihre Wanderreitetaschen an den Westernsattel und stieg auf.

Der Anstieg begann. Der Melibokus ist ein ganz wundervoller Berg. Der Wald ist schön und die Wege sind sauber. Am Anfang war es mir fast zu anstrengend, aber mein Körper gewöhnte sich schnell daran, dass es nur Berg auf ging. Theo neben mir war ruhig und interessiert wie immer. Ungefähr bei der Hälfte kamen wir an eine kleine Wiese mit einem Grillplatz. Hier ließen wir die Pferde grasen und ruhten uns aus.

Nachdem wir etwas getrunken hatten ging es weiter Berg auf. Unterwegs fanden wir noch eine kleine Hütte und mussten da natürlich direkt rein. Es wird alles getestet was geht.

Schneller als gedacht waren wir auch schon auf der Spitze. Bauarbeiter waren gerade an einem der Masten zugange. Es wurde gebohrt und sie schrien laut um sich zu verständigen. Unsere Pferde sahen sich das kurz an und waren im gleichen Augenblick auch schon wieder unbeeindruckt. Immerhin hatten sie da vorne Gras erspäht…

Wir gingen zur Aussichtplattform. Das war dann Theo doch unheimlich…da ging es ganz schön tief runter und mein Gott konnte man weit sehen! Gebannt schaute er in die Ferne. Was er dabei wohl dachte? „Sieh es dir an Simba. Das ist unser Königreich, alles was das Licht berührt.“ zitierte ich aus meinem Lieblingsfilm doch Theo verstand es nicht. Natürlich nicht. Er ist ja auch ein Pferd.

Chap interessierte sich vor allem für den Nachschub an Äpfeln aus unseren Rucksäcken.

Wir blieben eine Weile dort und machten uns dann wieder auf den Weg nach unten.

Auch der Abstieg war total entspannt. Die Pferde waren brav und Ronja und ich babbelten mal wieder am laufenden Band bis wir unten am Auto ankamen.

Wir luden die Pferde ein und fuhren wieder Richtung Heimat.

Wir kamen an eine kleine Unterführung. Da wir hier vorhin schon mit dem Anhänger drunter durch sind wussten wir, dass die Höhe passte. Doch diesmal gab es einen lauten Rums genau als wir drunter waren. Ronja und ich schauten uns entsetzt an. War die Unterführung auf dieser Seite niedriger? Wie kann das sein? Haben unsere Pferde hinten im Anhänger noch ihre Köpfe?

Ronja schnallte es zuerst und fing laut an zu lachen. Dann ging auch mir das Licht auf. In dem Moment, in dem wir unter der breiten Brücke durchgefahren sind, raste über uns ein Zug drüber. Erleichtert lachten wir auf und freuten uns, dass unsere Pferde noch heil waren. Was ein Schock im ersten Moment! (Darüber lachen wir übrigens noch heute.)

Fazit zum Ausflug: Es war super schön und wieder mal lehrreich. Ich stehe ja total drauf, wenn alles nach Plan läuft und kein Drama passiert.

Ich war trotzdem sehr müde und vor allem froh, am Ende alle Pferde und Menschen wieder sicher am Stall zu haben.

Habt noch einen schönen Sonntag 😀

Liebe Grüße,

Steffi & Theo