Nachdem Jay mich also auf dem Feld aus meiner angehenden Depression gerettet hatte, lief ich mit entschlossenen Schritten auf den Stall zu, während ich mir die Tränen aus dem Gesicht wischte.
Wieder angekommen trat ich vor an die Heuraufe, zeigte mit dem Finger auf sie und machte ihr eine Ansage: „Wir zwei werden ab sofort Freunde. Verstanden?“
Sie verstand.
Die fehlende Anleitung brauchte ich plötzlich nicht mehr, hatte ich nun einen Plan in meinem Kopf. Die Schrauben gingen plötzlich wie von selbst rein, die Bretter an den Seiten waren von sich aus schon richtig positioniert und ich konnte das Dach beenden. Auch danach ging es weiter wie geschmiert.

Ein paar Tagen später kamen meine Freundinnen Ronja und Alina an den Stall, um mit mir den Rest der Heuraufe zusammenzusetzten. Ich plante mit meinen Freunden an den Baustellen weiter und bestellte die Materialien. Ich fand eine gescheite Tränke, baute einen Zaun und ein großes Tor und auch die Scheune machte große Fortschritte.
Ich konnte wieder besser schlafen und meine Laune wurde auch wieder wie früher (die Art von Laune wo man kitschig stehen bleibt um an Blumen zu riechen und mit dem Hund ne extra Runde Fangen spielt). Der Stress blieb, aber ich schien damit nun besser umgehen zu können. Hatte ich so einen Zusammenbruch vielleicht einfach mal gebraucht?

Auf der Baustelle verletzte ich mich regelmäßig wie ein kleines Kind. Stolperte, lief an Wände, stieß mir den Kopf und setzte mich in Schrauben oder Nägel. Da fällt einem halt mal die mit Kies beladende Schubkarre auf den Zeh, man stößt sich bös die Hand, sodass man ein paar Tage keine Faust mehr machen kann, oder das Knie entzündet sich aufgrund der vielen Belastung und man kann nicht mehr auftreten. „Na und!“ sage ich mir, übersät mit blauen Flecken, „nichts hindert mich mehr daran, meinen Traum weiterzuverfolgen und auch meiner Laune erlaube ich nie wieder, solch einen Tiefpunkt zu erreichen.“
Auch Jay und Theo ermutigten mich jeden Tag aufs neue.
Der Höhepunkt kam mit dem ersten Ritt auf Theo (Ich berichtete). Seit dem ist meine Motivation über dem Limit und ich fühle mich wie gedopt. Ich möchte nur noch am Stall arbeiten um meinem Pferden ein tolles Zuhause zu ermöglichen. Hoffen wir, dass dieser tolle Lauf anhält!