Um nun endlich zu sehen, wie Sashan reagiert wenn sie alleine ist, habe ich Ronja und ihren Chap eingeladen. Sie kam mit dem Hänger runter und besuchte uns in unserem kleinen Paradies. Als Theo erkannte wer da näher kam, nämlich sein alter Freund aus alten Zeiten, hat er sich total gefreut. Sashan war eher „Oh nee, noch so einer.“

Chap und Theo begrüßten sich im Roundpen und es war total süß. Beide schienen sich so zu freuen. Da Ronja gerne öfter mit ihren Pferden kommen darf, stellten wir sie auch gleich zu dritt auf die Weide. Es war wie immer unspektakulär. Sashan macht einen auf Drachen und droht Chap. Aber sie beißt nicht und versucht auch nicht ihn mit einem Tritt zu erwischen. Eher geht sie ein Stück zurück bevor sie den Dicken markiert.

Wir sattelten kurz darauf Theo und Chap um den ersten Ausritt hier im Gelände zu wagen. Die kleinen Runden alleine um den Stall zähle ich eher weniger dazu.
Es war sehr windig und Theo ist an solchen Tagen immer sehr spritzig und aufgeregt.
Wir ritten los. Sashan wiehrte nicht nach und schien auch sonst sehr entspannt. Ganz anders als ich. Theo war sehr aufgeregt und ich hatte das Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen. Der Wind, die Umgebung dann noch das raschelnde Maisfeld links und rechts. Ich fühlte mich nicht so gut. Weniger Angst, eher ein riesen Respekt.

Ronja meinte dann ganz simpel: „Soll ich dich als Handpferd nehmen?“ Ich schaute zu Theo. Da ich wusste das wir einen Teil zu Fuß gehen würden da wir an einer Straße entlang gingen und mir das mit Jungpferd und Junghund zu gefährlich war, hatte ich Theo einen Halfter mit Strick, das ich ums Horn gebunden, hatte ausgerüstet. Ich war total dankbar über diesen Vorschlag und warf Ronja den Strick zu. Sofort ging es mir besser und ich entspannte mich. Irgendwie reite ich ungerne auf Gras. Geht das noch jemanden so? Ich reite lieber auf richtigen Wegen. Da fühlt sich Theo entspannter an und Ronja konnte mir den Strick wieder zuwerfen. Trotzdem nahm sie mich noch ein paar Mal „an die Leine“. Ich glaubte Theo merkte das gar nicht und im Endeffekt hätten wir es auch gar nicht gebraucht denn Theo ging weder durch noch machte er andere Dummheiten. Das weiß man nur vorher leider nie.

Wir waren schon ein gutes Stück vom Stall entfernt da sah Theo das Monster. Es stand einfach da. Theo geriet aus dem Rhythmus, behielt aber gerade so die Fassung. Es stand da und starrte uns aus Teufelsaugen an. Theo war klar, sein letztes Stündchen hatte geschlagen. So etwas grausiges hatte er noch nie gesehen, dieses wilde furchterregende Gesicht!!!… „Ein Schaf Theo.“ sagte ich von oben und riss ihn damit vermutlich aus seinen Gedanken.. „Das ist ein einziges Schaf! Schau wie plüschig es ist!“ Theo war das egal. Auch fiese Sachen können süß aussehen. Wie Zuckerwatte oder Marshmallows. Danach hat man die Bauchschmerzen des Jahrhunderts.

Er war unendlich erleichtert, als wir das Ungetüm endlich weit hinter uns hatten. Wir kamen alle sicher und entspannt am Stall an. Sashan wiehrte auch jetzt nicht und schaute eher beiläufig zu uns. Sie war auch nicht nassgeschwitzt oder zitterte.
Wir können uns also beruhigt auf Sonntag freuen, denn an dem Tag haben wir einen Kurs bei Theos Trainer im Odenwald. Ronja und ich, sowie die Pferde Theo und Tü und die Hunde Happy und Jay nehmen den ganzen Tag an einem Horse & Dog Trail Kurs teil. Hier wird ein Trailparcour mit Pferd und Hund gemeistert. Wir freuen uns schon sehr darauf! Und auch ich kann nun entspannt sein, da ich weiß dass es Sashan gut gehen wird.

Ronja und Chap verließen uns am Abend wieder und Theo war total traurig. Ich tätschelte seinen Hals und sagte ihm, dass er ihn schon am Wochenende schon wieder sehen würde. Theo schnaubte zufrieden ab und ging zur Heuraufe. Manchmal denke ich, dieses Pferd versteht was ich sage.