Es wurde mal wieder Zeit für einen Ausflug. Diesmal wollten wir eine Burg am Rhein besichtigen. Es lag noch etwas Schnee trotzdem war das Wetter freundlich und die Sonne schien.

Wir luden Chap und Theo ein und fuhren los. Ein Halt an der Tankstelle und bei Mc Donalds und es ging weiter. Es wäre kein Ausflug allá Ronja und Steffi wenn wir uns nicht verfahren würden. Das war irgendwie schon Tradition. Nach einer extra Runde kamen wir am Rhein an und es war herrlich. Keine Menschenseele.

Wir ließen die Hunde aus dem Auto, die sogleich ans Ufer rannten und fröhlich tobten. Danach sattelte Ronja ihren Chap und ich bürstete Theo. Wir liefen zuerst am Wasser entlang, danach ging es quer durch den Wald bis wir einen Weg fanden.

Die Pferde liefen entspannt, Ronja und ich unterhielten uns mal wieder über Gott und die Welt, und die Hunde tobten sich aus. Es war einfach einer dieser Momente in denen alles perfekt war. Natürlich sollte das nicht so lange bleiben denn es gab immer irgendwelche Miesepeter die gute Laune riechen konnten. Unser Miesepeter war schon auf dem Weg.

Wir bogen in einen Wald ab und liefen dort auf dem Weg. Ein Geländewagen kam angefahren. Die Fahrerin hielt bei Ronja (ich lief vor ihr) und redete auf sie ein. Ich konnte kaum was verstehen nur das Ronja antwortete „Ok wir drehen um.“ Das Auto fuhr weiter und die Frau darin schenkte mir einen bitterbösen Blick. Ich fragte Ronja was los sei. „Sie meinte das hier sei ein Naturschutzgebiet. Hier dürfen keine Pferde, Hunde und schon gar nicht Menschen sein. Alles geschützt. Vorne sei ein Schild gewesen.“ Mir platze der Kragen: „Unsere Pferde sollen das Gebiet verunreinigen aber ihr dicker BMW ist in Ordnung???“ Ich war auf 180 und fühlte mich unfair behandelt zumal wir beide kein Schild gesehen haben. Auch war die Chance das unsere Pferde was da ließen sehr gering da sie bereits den Hänger vollgeäppelt hatten. Ronja stieg ab und wir nahmen unsere Hunde an die Leine, liefen jedoch nicht zurück sondern setzten unseren Weg fort. Schon allein weil die Frau so respektlos mit uns umgegangen war.

Nach kurzer Zeit kamen wir an der Burg an und mussten erstmal lachen. Die Burg bestand aus Resten der Mauern. Kleiner als unser Stall. Wir mussten wieder lachen denn es war sogar ein Wegweiser für einen Rundgang. Start und Ziel konnte man natürlich sehen, es war ja keine Burg da. Wir ließen die Pferde stehen da beide eh nicht abhauen und begannen den Rundgang. Nach 5 Minuten war der vorbei.

Auch wenn die Burg praktisch nicht vorhanden war, hat es sich trotzdem gelohnt, denn darüber lachen wir heute noch.

Wir nahmen die Hunde wieder an die Leine (denn für die Besichtigung hatten wir sie abgeleint damit wir Ruhe hatten) und liefen weiter. Wir kamen an eine Brücke und einer süßen kleinen Hütte. Ein Foto von mir und meinen Lieblingen darin blieb leider erfolglos. Theo hatte kein Bock.

Wir wollten gerade weiter laufen, da kam uns die Frau mit Hund entgegen. Die gleiche mit dem dicken BMW dessen Abgase mir jetzt noch in der Nase hing.

Sie blieb mehrere Meter von uns entfernt und fing an zu brüllen: „Ich habe euch gesagt ihr sollt umdrehen!“ ich brüllte zurück: „Ich sehe keinen Grund weshalb wir das tun sollten!“ „Ich habe euch gesagt hier darf man nicht reiten!“ „Wir reiten doch auch gar nicht!“ „Doch ihr habt Pferde dabei!“ „Führen ist nicht reiten! Schlags nach!“ Sie versuchte sich zu sammeln und schlug eine andere Taktik ein:

„Vorne stand ein großes Schild das hier niemand hin darf!“ -Lustig denn in diesem Moment grüßte uns ein Jogger der gezielt seine Route fortsetzte-.

Ich also: „An der Brücke steht dass das hier eine eingetragene Fahrradroute ist. Auch ein Wanderweg ist eingezeichnet. Warum dürfen wir hier nicht sein?“ Das nahm der Frau scheinbar den Wind aus den Segeln.

Sie ging weiter auf Angriff und versuchte es mit der üblichen Masche: „Wenn ihr weiter geht dann zeige ich euch an!“

„Ok! Dann brauchen Sie ja noch unsere Daten. Ich heiße Bilbo Beutlin. Ich buchstabiere: B…i…“

Die Frau machte eine Geste als wollte sie Mücken vor ihrem Gesicht wegschlagen drehte auf der Stelle und verschwand wieder im Wald. Ronja und ich grinsten uns an und gingen weiter.

Wir kamen bei der Burg wieder raus und liefen den gleichen Weg durch den Wald zurück, den wir gekommen waren. Dies hatte zwei Gründe: 1. Es gab nur diesen Weg. 2. Wir wollten nach Schildern ausschau halten, die jedes Lebewesen aus diesem Gebiet ausschließt, so wie es die Dame rüber gebracht hatte.

Am Ende des Weges fanden wir tatsächlich Schilder allerdings waren das alles Radtourennummern, Wanderwege, Entdeckungspfade und verschiedene andere. Jedoch keins was den Ausbruch der Dame rechtfertigte. Nicht mal ein Naturschutzschild war zu sehen und gerade hier hätte ich es vermutet, kurz vor dem Wald. Ronja und ich sind die letzten, die unsere Umwelt verschmutzen würden.

Nun da wir dort draußen waren, stieg Ronja wieder auf und wir ließen die Hunde wieder rennen. Wir schlüpften wieder durch Dickicht (den der Weg war langweilig) und kamen auf einer großen Wiese raus. Diese war etwa 50 Meter breit. Ein Anfang oder Ende war nicht zu erkennen. Wir gaben uns die Hand und somit das Versprechen, eines Tages wieder zu kommen und die gesamte Wiese zu galoppieren. Ich dann auf Theo 😉

Wir gingen noch eine Weile am Wasser entlang und packten dann so langsam unsere Sachen. Jay schlief in dem Moment ein, wo ich ihn auf den Autositz setzte und auch Theo ließ sich ohne Diskussion zufrieden in den Hänger einladen.

Es war mal wieder ein gelungener Tag. Bald geht es weiter denn wir haben einen ganzen Ordner angelegt mit Reisezielen in der Umgebung 😉