Es fing eher schleichend an und plötzlich ging gar nichts mehr. Theo wurde beim reiten klemmig und bockig. Ich dachte, er habe einen schlechten Tag, denn den haben wir ja alle mal. Doch von heut auf morgen wollte er rechts rum nicht mehr traben. Links lief er gut, aber rechts bekam ich nicht mal eine halben Zirkel mehr von ihm. Er blieb stehen und lief lieber rückwärts. Das Pferd wird doch nicht erst nach 4,5 Jahren zum „echten“ Haflinger werden?

Wir ritten aus und auch hier gab es nur zwei Extreme: Rennen oder stehen bleiben. Ich saß oben drauf und wurde sauer. Da ich aber nicht wusste, ob es nun seine Haffi-Phase war oder ob er Schmerzen hatte, entschied ich mich gegen eine Diskussion mit ihm. Ich stieg ab und lief mit ihm nach Hause.
Nun hieß es Pause für ihn.

Sattler kam vorbei: Sattel passt.
Ich rief unsere Osteopathin Ute an. Sie behandelte Theo gute zwei Stunden. Er hatte mehrere Blockaden und Verklemmungen. Seine Hüfte war schief und er war maulig. Nächster Termin würde also beim Zahnarzt sein. Bis dahin steigen wir auf gebisslos um. Viele Handgriffe von Ute waren Theo sichtlich unangenehm, doch sie ist eine wahre Pferdeflüsterin und kann allein mit ihrer Stimme nicht nur das Pferd, sondern auch den Reiter entspannen. Nach der Behandlung stand Theo total entspannt da und schien gleich einzuschlafen.

Ich ließ ihn weitere 2 Tage, denn ich wusste nicht ob er davon Muskelkater hatte, und setzte mich erst nach dieser Ruhephase wieder drauf. Theo trabte wie immer einwandfrei linksherum. Wir beide waren nervös, als es auf die rechte Hand ging. Wieder hielt Theo an und weigerte sich zu traben. Ich wusste, dass er Schmerzen befürchtete, hatte er ja keine Ahnung das Ute ihm alle Blockaden genommen hatte. Ich wusste es aber: Also setzte ich mich durch und trabte an. Er machte anstalten zu bocken, hörte jedoch sofort auf, als er ihm klar wurde, dass es gar nicht weh tat. Wir trabten 3 Runden auf der rechten Seite ohne das Theo meckerte. Ich hielt an. Lobte ihn wie ein Gott und beendete die Reiteinheit.

Mir geht es nicht darum, eine klassische Reitstunde mit den verschiedenen Phasen zu reiten. Mir geht es darum, Theo sofort klar zu machen, wenn er was Tolles geleistet hat. Hatten wir nun fast den ganzen Oktober keine halbe Runde Trab hinbekommen, war dies heute schon eine tolle Steigerung. Theo war artig, brav und willig. Also belohnte ich ihn und stieg ab. So halte ich Theos Motivation und den Spaß am Laufen. Wir steigern uns nun wieder langsam zu unserer Routine. Hoffe das uns nun nichts mehr im Weg steht!

Mein Tipp: So ein Osteopath ist schon was feines.