Theo’s Trainer war im Urlaub, so nutze ich die Chance um mit meinem Pferd auszureiten. Da er noch nie mit Reiter im Gelände war, holte ich mir vorher die „Genehmigung“ beim Trainer ein, wollte ich ja nicht einfach was mitten im Training ungefragt tun.
Natürlich war das kein Problem und ich fragte Ronja ob sie mit ihren beiden Pferden Chap und Tü zu uns an den Stall kommen möchte, für den ersten Ausritt auf Theo. Ist ja immerhin eine Primäre. Ein paar Tage später war es auch schon so weit. Wir hatten einen herzzerreißenden Moment erwartet, standen die drei Pferde ja lange zusammen und sahen sich heute das erste Mal wieder. Kurz gebrummelt, Ohren gestellt, Tü einmal nach Theo getreten, Gras gefressen. Okay. Man war das emotional.

Bevor ich auf Theo aufsteigen wollte, checkte ich erst sein Energielevel an der Longe. Das war ne gute Idee. Denn der Kerl hatte Energie wie zehn Säcke Hafer. So arg, dass ich ihn nicht an der Longe halten konnte und ihn frei laufen ließ. Ich konnte kaum hinsehen. Gebocke, gequietschte, Speed und wie hoch er den Po bekommt! Dann ging das auch noch so mega lange!
Da hatte ich natürlich, Achtung Ironie, Lust mich im Gelände auf das Pferd zu setzten.

Mein Trainer meinte: „Führe ihn durch den Wald und wenn du ein gutes Gefühl hast dann steige auf.“ Ok. Wenn es doof wird führe ich einfach nur.
Pff von wegen. Wir waren kaum im Wald da saß ich schon auf meinem Pferd. Zu groß war die Neugierde.
Also ging es los. 3 Pferde, 3 Reiter und 2 Hunde.

Ronja konnte es nicht fassen. Erwischte ich sie immer wieder dabei, wie sie uns fassungslos anstarrte. Ich konnte es ja selbst nicht glauben! Auch für Theo war es eine neue Situation aber er machte es super.

Dann kam es natürlich so, wie es kommen musste: Wir verliefen uns. In welcher Himmelsrichtung liegt der Stall? Alle drei zeigten in verschiedene Richtungen. Ja Ronja, ich erwähne es natürlich hier: Ronja hatte in die richtige Richtung gezeigt.

Theo wurde öfter mal schneller und mein Kopfkino zeigte ein paar tolle Actionfilme. In dem einen ging Theo durch und ich blieb unterwegs zwischen zwei Bäumen stecken. Oder der Film, wie er sich erschreckte und ich mit dem Kopf auf einen Felsen aufschlug. Dieses Kopfkino trieb mich langsam in den Wahnsinn also dachte ich an das so ziemlich beruhigendste was es gibt: Eine Seekuh die am Meeresboden Algen frisst. Ja.. viel besser..

Irgendwann begann sich der Weg unter uns zu wandeln und wir befanden uns plötzlich auf einer steilen, sehr schmalen, felsigen Mountainbike Strecke. Der eine Abhang war so steil, das wir lange im Zick Zack Berg herab laufen mussten. (Natürlich zu Fuß). Ein umgestürzter Baum machte uns ebenfalls einen Strich durch die Rechnung. Aber sind wir mal ehrlich: Einfache Wege sind auch mega langweilig.

Nach 2,5 Stunden sind wir wieder am Stall angekommen und ich war so stolz. Alle drei wälzten sich gleichzeitig im Sand und schienen auch zufrieden. Oder erleichtert. Manchmal kann ich das nicht so richtig auseinander halten.

Erster Geländeritt also erfolgreich überlebt!