Dieses Pferd kannte praktisch gar nichts.

Alles was für mich, dadurch das ich eben nur mit älteren Pferden zu tun hatte, völlig normal war, war für Theo komplettes Neuland.

Ich lief also mit meiner Putzbox geradewegs auf ihn zu und blieb verwundert stehen als dieser zwei Schritte zurückwich.

Er schaute mich an, schaute auf die Box, schaute mich an, schaute auf die Box.

Also nahm ich das Ding auseinander und zeigte ihm alles ganz genau. Dabei sprach ich, hoffentlich hatte mich keiner gesehen oder gar gehört, mit ihm wie ein kleines Kind: „Siehst du, das ist ein Kamm, mit dem ich hoffentlich deine Knoten aus der Mähne bekomme.“

Nachdem wir zusammen die Putzbox erkundigt haben und er sein Interesse daran schon wieder verloren hatte, fing ich an ihn zu putzen. Er fand das super. Besonders mit der kratzigen Bürste am Bauch. Er senkte den Kopf, machte seine Oberlippe spitz und lehnte sich gegen die Bürste bis er fast umkippte. (Das macht er heute übrigens auch noch, irgendwann wird er sich mal aus Versehen auf mich legen).

Ich schnappte mir als nächstes den Hufauskratzer, strich sein Bein entlang und sagte wie selbstverständlich: „Gib Huuuuuf.“ Er bog seinen Hals und schaute mich mit dem gleichen Gesichtsausdruck an wie damals, als ich ihn aus dem Stall holen wollte. (Siehe alter Beitrag).

Ich stellte mich wieder gerade hin. Verdammt. Da war ja was.

Wie bringt man einem Pferd das Hufe geben bei? Die Bücher waren zu dem Zeitpunkt noch vereinzelt in den starken Armen eines DHL Fahrers also war ich im ersten Moment auf mich alleine gestellt. Ich zog an seinem Bein, kitzelte ihn, rüttelte daran. Kurz und gut: Ich nervte ihn bis er seinen Huf hob und lobte ihn danach als hätte er gerade die Weltmeisterschaft darin gewonnen.

Nach dem ich endlich, mühselig, alle Hufe ausgekratzt hatte, ich bin mir ziemlich sicher das Theo sich dabei köstlich amüsierte, war ich dennoch glücklich. In den nächsten Tagen wurde es zwar besser, aber wenn er keine Lust hatte den Huf zu heben, dann bekam ich ihn auch nicht.

Bis eine gute Freundin mit am Stall war. Sie sagte zu mir, ich solle doch mal an den Haare an der Fessel (Kötenbehang) ziehen. Ich beugte mich runter, packte alle Haare damit ich ihm nichts ausriss, und zog daran. Er hob sofort den Huf. Naja…was heißt „er“.Durch den schon leichten Zug an den Haaren hatte er gar keine Wahl als ihn mir zu geben. Ich glaube er kam sich etwas veräppelt vor. Ich fand es toll und das Hufe auskratzen ging viel schneller. Nach einigen Tagen benötigte ich auch diese Taktik nicht mehr.

Solltet ihr auch so Tipps haben: Kommentiert oder schreibt mir eine pn J Solche Tricks sind Goldwert. Sie ersparen viel Diskussion (und Rückenschmerzen).

-Fortsetzung folgt!-

Liebe Grüße,

Steffi und Theo