Im Odenwald gibt es einen kleinen Horse Agility Verein. Es ist genau das wonach es klingt: Agility-Parcours mit Pferden. Wir fanden die Idee super und meldeten uns für einen Schnupperkurs an.

Das war das erste Mal, dass ich mit Theo den Hof verließ. Mein Kopfkino hatte wieder einmal keinerlei Grenzen. Ich sah ihn wie wild steigend, tretend und unkontrollierbar, panisch über den fremden Hof rennen Richtung Schnellstraße. Ich war fix und fertig, versuchte es mir aber vor Theo nicht anmerken zu lassen. Nach dem Verladen bekam Ronja, sobald die Autotüren geschlossen waren und Theo außer Hörweite war, meine geballte Panik ab. „Was ist wenn…“ „Stell dir vor wenn er…“ „Es kann ja auch sein das..“ Meine fiese innere Stimme, die ihr ja mittlerweile aus meinen anderen Beträgen kennt, übermannte mich mit ihrer ganzen Wucht. Ronja dagegen war wie immer die Ruhe selbst. „Passiert nichts.“ war ihre knappe Antwort. Und es traf genauso ein: Theo war von Anfang bis Ende ruhig.

Wir kamen am fremden Stall an und wurden sogleich freundlich von der Veranstalterin begrüßt. Sie führte uns über den Hof zu einem kleinen abgesteckten Platz. Dort konnten Chap und Theo in Ruhe grasen bis wir an der Reihe waren.

„Achtung da ist ne Menge Strom drauf!“ sagte sie zu uns. Tatsächlich war dies nötig, da es auf dem ganzen Hof nur von wunderschönen Kaltblütern wimmelte. Allerdings kannte Theo bis dahin noch keinen Strom. „Der wird die ganze Bude hier zusammen rennen wer der eine vom Zaun geklatscht bekommt!“ sagte die Stimme in meinem Kopf. Ich ignorierte sie, schaute trotzdem nochmal leicht zweifelnd zu meinem Pferd, und beschloss dann ihn mal machen zu lassen.

Wir liefen zurück zum Platz, auf dem das Horse Agility stattfinden sollte.

Es war alles Mögliche aufgebaut (siehe Bilder), sogar ein Tunnel war gerade in Arbeit. Hindernisse durch die man durch, drüber oder drunter musste. Wir schauten eine Weile zu und gingen dann los um unsere zwei Jungs zu holen. Tatsächlich hatte Theo den Hof nicht in Einzelteile zerlegt und er schien auch nicht panisch.

Wieder zurück auf dem Platz ging es los. Die Veranstalterin zeigte uns jede Übung ganz genau und gab uns tolle Tipps. Theo war super brav und machte alles ohne zu zögern mit. Keines meiner Bedenken entpuppte sich als wahr. Das war der Tag an dem ich beschloss, einfach ein bisschen weniger Sorge, und von Anfang an mehr Vertrauen in mein Pferd zu haben. Es war ein ganz toller Tag der nicht nur uns, sondern auch den Pferden sichtlich Spaß gemacht hat. (Ich liebe es ja wenn man sieht, wie sich die kleinen Zahnrädchen im Kopf der Pferde ratternd bewegen, weil sie einfach so angestrengt nachdenken.)

Solltet ihr mal in der Nähe sein: Schaut da doch mal vorbei. Es macht echt tierischen Spaß!