Einen Tag Urlaub und geiles Wetter. Wo andere sich in die Sonne legen und sich braun brutzeln, gehe ich an den Stall zu meinem besten Freund. Heute hatte ich richtig Lust auf eine große Runde! Theo stand schon am Tor, scheinbar hatte die Motivation auch ihn gepackt.

Halfter auf, Longe dran, Navi eingepackt und los!

Es war so schön. Keine Menschenseele, die Sonne und dieser Geruch nach warmen Wald. Perfekt. Wir kamen an die Weinberge. Entweder bog ich nun nach rechts ab und ging die gewohnte Route oder ich nahm die linke von der ich wusste, dass eine tolle Brücke und ein kleiner Trail auf uns warteten. Ich ging nach links.

Wir liefen über die Holzbrücke und den engen Weg über Wurzeln und Steine. Dummerweise kamen wir ganz woanders raus. „Ups…stimmt ja.. hier war das.“ Rechts ging es ins Ort, links sah man den Wald wie einen kleinen Berg aber ohne Weg.

Durch die Ortschaften wollte ich nicht. Es war so ein perfekter Tag und ich wollte ihn nicht mit Stress verbinden. Theo mochte das Getümmel einfach nicht. Zurück wollte ich aber auch nicht, der gleiche Weg war mir einfach in dem Moment zu langweilig.

Ich schaute nach Links in den Wald hinein. Das Navi zeigte mir an, dass nach kurzem Aufstieg oben ein Weg auftauchen sollte. „Lust auf ein Abenteuer Theo?“

Ich stockte schon vor dem ersten Hang. Etwa drei Meter ging es hier steil hinauf. „Was meinst du, kommst du da hoch?“ Als hätte Theo mich verstanden, fackelte er nicht lange und stieg den Hang hinauf. Zum Glück hatte ich die lange Longe genommen. Oben angekommen drehte er sich zu mir um so nach der Art „Ich schon. Du denn auch kleiner Mensch?“

Na gut. Ich fing an zu klettern und rutschte ein paar Mal ab. „Hoffentlich beobachtet mich keiner“ murmelte ich vor mir hier. Meine Schuhe hatten aber auch gar kein Profil! Auf Eis wäre ich nicht weniger seltsam gelaufen.

Theo senkte seinen Kopf und ich konnte mich an seiner Mähne den Rest hochziehen. Er schaute mich an. Ich zuckte mit den Schultern „Pff, ein Kinderspiel.“ sagte ich und wischte mir den Dreck von den Knien und den Schweiß von der Stirn.

Wir liefen also immer Berg auf über umgefallene Äste und große Steine hinweg. Ich rutschte ständig aus, also hielt ich mich an Theo fest. Theo ist so fein, ein einfaches zeigen mit dem Finger langt, und er wechselst die Richtung.

Wir liefen 10 Minuten steil Berg auf und ich war schon fix und fertig. Wurde es zu schmal, gingen wir hintereinander. Mal ging Theo vor (fand ich am besten so konnte ich mich am Schweif hochziehen lassen) mal ging ich vor.

Wieder standen wir vor einem steilen Hang. Theo schaute mich erwartungsvoll an. „Na dann hop!“ sagte ich und gab ihm einen kleinen Klaps auf dem Hintern. Mit einem Sprung war er oben. Nur die trampelige Steffi brauchte wieder etwas länger. Oben angekommen stockte mir wieder der Atem. Wir standen auf einer kleinen Fläche und waren eingerahmt von umgestürzten Bäumen. Da war kein Durchkommen für ein Pferd und auch der Abhang hinter uns war zu steil zum runter springen. Rauf ok, aber runter?

Ich stand da und überlegte. Auch Theo schaute nach einem Ausgang. Zwischen den umgestürzten Bäumen war etwa ein 1 Meter breiter Durchgang. Dieser war allerdings durch einen sehr breiten und schweren Ast blockiert. Ich hob den Ast an und schaffte es gerade so ihn mit beiden Armen über meinen Kopf zu hieven.

„Theo!!! Los! Geh durch!“ Ich schnalzte mehrmals mit der Zunge und der Kerl verstand. Er hüpfte durch wobei er allerdings mit seinem dicken Hintern mich anrumpelte. Ich taumelte (immer noch mit dem fetten Ast über dem Kopf) verlor das Gleichgewicht und warf den Ast mit voller Wucht in die Richtung aus der wir gekommen waren. Ich plumpste auf den Boden, und der Ast tat einen Schlag als er ca. zwei Meter hinter mit aufprallte.

Theo schaute zu mir runter und ich lächelte während ich schwer atmete.

Ich schaute auf mein Navi. Wo war dieser verdammte Weg???

Wir liefen weiter hinauf. Unter und über umgefallenen Bäume hindurch. Sobald ich mich duckte und weiter lief, duckte sich auch Theo hinter mir. Wir sahen vermutlich aus wie eine kleine Entenfamilie die hintereinander durch den Wald latschte.

Endlich nach fast 30 Minuten kamen wir auf den Weg. Ich ließ mich hinfallen und schnappte nach Luft. Theo schnaubte ein paar Mal ab und ging dann auf die Suche nach dem nächsten Grasbüschel.

Ich schaute auf meine Beine und schnippte eine Zecke weg. Auch auf dem anderen Bein saß eine und noch eine und noch eine. 17 (!!!) Zecken entfernte ich von meinen Beinen. Igitt.

Als sich mein Puls normalisierte ging ich mit Theo zurück an den Stall. Auch wenn auf solchen Touren immer auch mal ein bisschen Panik mitspielt, machen sie doch um einiges mehr Spaß als die öden Wege.

Sucht euch immer schön nach Zecken ab 😉

Liebe Grüße,

Steffi der Hulk und Theo