Sommer 2015: Es war warm. Viel zu warm. Die Sonne schien schon kräftig und kein Wölkchen war zu sehen.

Uns kam also die Frage auf: An den See oder ne Kleinigkeit mit den Pferden machen? Wir entschieden uns für eine Kombi und machten uns auf den Weg zum nahe gelegenen See. Ronja auf Chap, ich neben Theo.

Nach kurzer Zeit kamen wir am See an. Ich quietschte wie ein kleines Mädchen, so sehr freute ich mich auf das Baden.

Zum Glück war es unter der Woche und noch recht früh am Morgen. Nie wäre ich mit den Pferden in den See gegangen, wenn auch nur ein Mensch an der gleichen Stelle gebadet hätte.

Wir kamen also an und ließen die Pferde erstmal in Ruhe schauen. Theo war gleich sehr neugierig und das Wasser war so schön kühl (ich war übrigens schon längst drin). Doch so ganz traute Theo der Sache noch nicht. Was wenn er auch nur ein Huf rein setzt, das Wasser dann so tief ist, dass er sofort verschwindet? Oder vielleicht gibt es Krokodile, Piranhas oder kleine Fische die ihm die Beine kitzeln? Oh Gott vielleicht gibt es sogar Algen??

Ich stand zwar lebend vor ihm im Wasser, aber wer weiß wie lange noch? „Komm Theo. Sei kein Mädchen.“ Er schnaubte und schien irgendwie ein empörtes Gesicht zu machen, als hätte er mich verstanden. Ich lachte.

Zwei Schritte rein. Neeee das ist unheimlich. Drei Schritte raus.

Chap dachte vermutlich dasselbe denn Ronja diskutierte ebenfalls mit ihrem Pferd. Doch Ronja hatte einen tollen Trick. Sie ließ ihn rückwärts hineingehen. Nur ein paar Schritte. Das langte meist schon aus, das es beim Pferd „Klick“ macht und sie wissen, dass sie auch hier stehen können. Mit dieser Methode führten wir die Pferde dann in Schlangenlinien immer weitere rein. Nach kurzer Zeit waren wir komplett drin.

Chap ist hierbei immer ganz mutig und schwimmt sogar mit Ronja. Theo dagegen findet es furchtbar wenn seine Beine nicht mehr den Boden berühren. Er schaut mich dann ganz panisch an, paddelt zu mir und möchte mich als lebende Boje benutzen. Er sieht dabei aus wie ein kleines Baby das auf den Arm genommen werden möchte. Klingt süß, ist es aber nicht. Ich ging zweimal unter weil sich Theo auf mich gelehnt hatte.

Wir blieben mehrere Stunden. Das Wasser hatte eine perfekte Temperatur und den heißen Tag konnte man hier sehr gut aushalten.

Es war traumhaft. Pferde waren super zufrieden. Theo stand irgendwann nur noch im kühlen Nass und schien zu schlafen.

Mittlerweile hatten wir auch ein paar Zuschauer bekommen die uns filmten. Weil Chap eben immer den richtigen Moment erwischt, hob er mitten im Wasser seinen Schweif und äppelte. Die Zuschauer lachten und Ronja wäre am liebsten untergetaucht. (Was ich ihr aufgrund der schwimmenden Scheiße dann doch eher abrate.)

Ich wisch gekonnt den heranschwimmenden Äpfel aus (Wusste bis dahin auch noch nicht das die SO gut schwimmen 😀 ) doch Theo war da etwas langsamer. Schaute was da an ihm vorbei schwamm und ob man es vielleicht doch essen kann? Er biss in einen schwimmenden Apfel und noch im selben Moment versuchte er das Zeug wieder los zu werden.

Da standen wir also. Zwei Mädels und ein Pferd das ungeniert ins Wasser machte und ein noch dümmeres Pferd das ungeniert die Kacke aß und nun würgend neben mir stand. Können wir uns nicht aufgrund dieser anmutigen Wesen glücklich schätzen?

Wie das Schicksal es eben manchmal so will, war an diesem Tag auch ein Fotograf am See und machte Bilder von der Natur. Er fragte uns, ob er uns fotografieren dürfte. Wir bejahten natürlich und tauschten die E-Mail Adressen aus.

Der Tag war wieder einmal sehr gelungen und ohne große Vorkommnisse (so wie ich es mag).

Bis bald!

Steffi & Theo