Gestern waren wir auf einer Rallye im Odenwald. Uns erwartete eine 13 Kilometer lange Strecke mit Spielstationen. Nach dem o.k. der Tierärztin (Theo hatte sich ja vor zwei Wochen eine Wunde geholt) konnten wir gestern früh die Pferde verladen und uns auf den Weg machen.

Nachdem wir Schwierigkeiten hatten die Reitanlage zu finden, fuhren wir endlich auf den überfüllten Parkplatz. So viele Pferde!

Wir luden unsere beiden aus. Theo schaute von rechts nach links und wusste gar nicht an welchem Pferdehintern er zuerst riechen sollte. (Ich ließ das natürlich nicht zu. Mache ich ja auch nicht.)

Wir gaben ihnen was zu fressen, banden sie an und gingen zur Einführung. Nachdem uns erklärt wurde wie der Weg gekennzeichnet war, machten wir unsere Ponys bereit. Theo war richtig aufgeregt. Er konnte es kaum erwarten loszugehen. Leider regnete es, was uns etwas nervte.

Die Gruppen starteten in einem Abstand von 5 Minuten. Da ich die Einzige war, die die ganze Strecke zu Fuß ging, starteten wir ziemlich weit hinten. Ronja hatte im Moment keinen passenden Sattel, also startete sie eben ohne.

Wir liefen los und schon der erste Kilometer ging nur Bergauf. Ich war innerhalb von 20 Minuten fix und fertig.

Nach ca. 1,5 Stunden, wir waren mittlerweile im Wald, spürte ich wie sich eine nette kleine Blase an meinem Fuß bildete. Jeder Schritt brannte. „Theo, ich finde es ist ein guter Zeitpunkt um mit dem Einreiten zu beginnen.“ Theo schaute mich kurz an und blickte dann in die andere Richtung. Dann halt nicht…

Wir kamen an die erste Station. Die Aufgabe war, mit dem Pferd Slalom um Pylonen zu reiten, abzusteigen, ohne Hände einen Mohrenkopf mit dem Mund zu nehmen und wieder zurück zu reiten. Ronja machte das super und war echt schnell mit Chap. Theo und ich machten das eben zu Fuß 🙂 Überall hing Mohrenkopf.

Einer der Vereinsmitglieder gab mir einen Haufen Pflaster. Ich babbte meine komplette Ferse zu und hoffte das es nun aufhören würde so arg zu schmerzen. „Puh, fast die Hälfte haben wir schon oder?“ fragte ich eine vom Verein. Immerhin waren wir schon echt weit gelaufen. „Nein, das waren 3 Kilometer. 10 habt ihr noch.“

„Na toll.“

Wir liefen weiter. Es war ein schönes Gelände wäre da nur nicht dieses ständige Bergauf. An der nächsten Station musste man, auf dem Pferd, durch einen Hula Hoop Reifen steigen. Obwohl die Pferde den Reifen von Zuhause kannten, waren sie doch etwas skeptisch. Es ging auf Zeit. Ronja beeilte sich, doch Chap rechnete scheinbar nicht damit, dass der Reifen auf der anderen Seite runterkommen würde. Er erschrak und Ronja rutschte runter. Zum Glück ist nichts passiert. (Außer das alle Beteiligten sich heißer lachten.) Bei dieser Übung konnten Theo und ich leider nicht mitmachen.

Es ging weiter. Über Stock und Stein. Der Regen hatte aufgehört und nun schien etwas die Sonne. Die Blase an meinem Fuß schien beleidigt denn sie meldete sich nur noch ab und zu.

3 Stunden nach dem Start kamen wir an die dritte Station. Hier sollten wir einige Bilderrätsel lösen. Begriffe wie „Vorhand“, „Aalstrich“, „Kreuzverschlag“, und „Weben“ waren durch Bilderkombinationen zu erraten. Wir konnten alle entziffern und liefen weiter. Ich war mittlerweile völlig fertig.

Das Bergauf viel mir nun leichter, da ich mich an Chaps Schweif festhielt. Ich ließ mich natürlich nicht halb bewusstlos mit schleifenden Beinen von ihm ziehen sondern er diente einfach ein bisschen als Halt. Ihn störte das kein bisschen. Immer wenn es wieder Gerade wurde und ich neben ihm auftauchte blieb er stehen und schaute mich an. „Ja ja hier hast du ein Leckerli.“ Er fraß es genüsslich und lief weiter. Dies machte er nach jedem Buckel den er mich raufgezogen hatte. Ronja und ich lachten uns halber schlapp.

Wir begegneten unterwegs noch Kühe, ein zu tote gelangweilter Ochse, eine apathische Ente, eine assi Gans die uns dumm von der Seite anmachte, Ziegen und mehrere Schafe (Auf Ronja’s und meins: „Mäh ihr Schafe. Mäh ihr Schafe.“ reagierten sie kein bisschen. Danke Schweinchen Babe.)

Wir überquerten einen Bach, eine Brücke mit reißenden Wasser unter uns und eine nette Plane die da rumlag.

4 Stunden nach dem Beginn kamen wir wieder an der Reitanlage an. Wir fütterten die Pferde und ruhten uns kurz aus. Da Ronja und ich als Team aufgetreten sind, und ich nun mal nicht gewertet werden konnte, hatten wir keine Chance auf eine Platzierung in der Siegerehrung. Gewonnen haben wir aber trotzdem, denn wir hatten einen super Tag und die Pferde haben wieder viel dazu gelernt. (Schmaaalzig).

Wieder an unserem Stall luden wird die Pferde aus. Zu mehr waren wir nicht mehr fähig. Das Aufräumen im Hänger musste warten. Ronja schaffte es dann noch, das Auto im Schlamm festzufahren . 😀 Mit letzter Kraft bekamen wir es wieder frei und ich konnte endlich nach Hause. Sogar das Auftreten auf die Bremse schmerze. Nachdem ich Zuhause etwa 15 Minuten gebraucht habe um aus der Badewanne zu kommen lag ich endlich im Bett. Meine Füße pulsierten wie verrückt. Ich war so fertig das ich um 20:30 Uhr bis morgens durchschlief. Am nächsten Tag war mein Körper praktisch EIN Muskelkater. Sogar die Hand in der ich locker den Strick gehalten hatte tat weh 😀 (Hey urteil nicht zu hart über mich. Ich bin Bürokauffrau :D)

Alles in einem kann man sagen war es eine ganz nette Rallye. Allerdings fand ich drei Aufgaben auf einer 13 Kilometer Strecke etwas wenig. Mir würden spontan um die 50 coolen Spiele einfallen die man hätte machen können. Die nächsten Wochen werden wir mit Sicherheit an ein paar weiteren Rallyes teilnehmen. Mal schauen wie das wird!

Liebe Grüße,

Steffi & Theo