Ja endlich Urlaub!

Anstatt mich also morgens für die Arbeit fertig zu machen, zog ich meine Stallsachen an, schnappte mir meinen Hund und fuhr zu Theo.

Heute wollte ich mal mutig sein und beim spazieren gehen Jay von der Leine lassen. Dies hatte ich bis jetzt nur zwei Mal gemacht und beide Male war er mir immer unters Pferd oder direkt an die Hinterbeine von Theo gegangen.

Ich beschloss also, meinem Pferd und meinem Hund zu vertrauen und ließ Jay von der Leine. Diesmal hielt er wirklich Abstand, nur ab und zu wurde er leichtsinnig.

Theo war von ihm sichtlich genervt und auch Jay ist kein großer Freund von Theo. Dennoch lief alles friedlich und wir gingen los.

Es war so herrlich! Links der Hund, rechts das Pferd. Konnte ich überhaupt noch glücklicher sein?

Wir liefen eine Weile, ich dämlich grinsend vor mir her, da bemerkte ich, dass Jay sein Gesicht in irgendetwas rieb. Ich ließ Theo‘ s Strick fallen (der wie immer gleich zum nächsten Grasbüschel lief, hatte er ja auch schon seit 20 Minuten nichts mehr gegessen) und eilte zu meinem Hund.

Wie erwartet war es Kot. Nur von was? Ich tippe auf Reh, denn es war sehr dunkel und roch total eklig. (Nicht das andere Kacka gut riecht.)

Ich nahm wieder den Strick auf und lief weiter, Jay neben mir nun mit einem Kackstreifen an der Wange.

Nach einer Stunde rief ich ihn zu mir und lobte ihn dafür, dass er gleich angeschossen kam. Nun ja, ich hatte die Kacka vergessen und griff direkt rein.

Ich stieß ein lautes „Igitt!“ aus und drehte mich zu Theo. Er drehte seinen Kopf von mir weg. „Höh? Findest du das auch eklig?“ Ich hielt ihm prüfend meine Hand hin und er drehte sich wieder weg. „Ist ja lustig.“ Ich wischte es am Gras ab, wo ich direkt in das nächste Eklige rein griff. Keine Ahnung was das war.

„Verdammt.“ Ich schaute mich um und war froh, genau am Bach vorbei zu laufen. Dieser war allerdings ein gutes Stück weiter unten, sodass ich einen kleinen Abhang runter musste.

Ich konnte Theo nicht einfach stehen lassen denn er wäre mir, sobald er mich nicht mehr sieht, hinterher und dafür war die Stelle am Bach zwischen Abhang und Wasser zu eng. Ich lief also ein Stück weiter und band ihn an einem umgestürzten dicken Ast an. Er fraß artig das Gras und ich konnte mir die Hände waschen gehen. Leider sollte ich danach dreckiger sein als davor.

Ich checkte die Lage. „Was ein billiger Abhang, da sind wir schon ganz andere hoch und runter gekrakselt.“ Joa, dürfte locker gehen ohne zu fallen. Ich setzte ein Fuß auf das Laub und war eigentlich im gleichen Moment schon auf dem Rücken. Ich rutschte den gesamten Abhang runter. Im runter Rutschen überholte mich auf meiner linken Seite noch mein Jay, der ebenfalls wie Bambi auf Eis den Abhang hinabstürzte. Wie zwei dicke Marienkäfer landeten wir also am Wasser. Ich stand schnell auf. Erste Reaktion: Hat das jemand gesehen?

Puh, zum Glück nicht. Jay war schon längst im Bach und war danach deutlich sauberer als ich. Mein kompletter Rücken und die Hose waren mit Schlamm bedeckt. Wie fies. Das Laub hatte den ganzen Matsch heimtückisch verdeckt und ich tappte auch noch in die Falle.

Ich wusch mir endlich den Mist von der Hand, drehte mich um und wollte wieder hoch.

Keine Chance. Ich rutschte immer wieder diesen blöden Abhang runter.

Jay blieb ebenfalls erfolglos, sodass ich ihn am Geschirr nahm und mit Schwung nach oben warf (klingt jetzt bös aber er war dabei keine 20 cm vom Boden entfernt.) Doch auch der kleine Corgi kam immer wieder runtergerutscht. Oh Gott bitte lass Theo sich jetzt nicht verheddern oder in Panik geraten. Ich hätte nichts tun können!

Wir liefen also ein paar Meter nach rechts wo ich eine Wurzel zu fassen bekam. Ich nahm Jay an die Leine, kämpfte mich nach oben und zog meinen Hund dann unterstützend zu seinem Gestrampel nach oben. Theo schaute uns belustigt an. Hatte er die ganze Zeit mit vollem Mund, ruhig dagestanden und uns dabei zu geschaut wie wir mit Mutter Natur kämpften. „Sehr witzig.“ sagte ich, über und über mit Dreck.

Jay hat das so Spaß gemacht, dass er gleich nochmal wollte. Schnell ging ich weiter und hoffte, dass ich niemanden mehr begegnen würde. Ich sah aus wie nach einem Survival Training.

Nach knapp zwei Stunden Spaziergang waren wir wieder am Stall. Es war so toll gewesen und die zwei waren einfach der hammer! Ab sofort kann es so weitergehen 😉

Habt noch einen schönen Tag ihr Lieben!

Steffi, Theo und Jay