Eigentlich wollte ich eine große Runde spazieren gehen. Als ich allerdings den großen Buckel, die es in unserem hügeligem Gelände zu Haufen gibt, gerade hinter mir hatte, fiel mir ein das ich doch kein Bock habe. Auch Theo und Jay wirkten beide eher unmotiviert. Also ging ich noch ein kleines Stück und drehte dann um.

Nun ging es den großen Buckel wieder runter. Ihr müsst ihn euch so vorstellen: Dieser Weg schlängelte sich eher wie ein Trampelpfad um unsere leere Nachbarweide (auf der ich Theo immer putze und die immer offen ist) herum. Hier begegnet man nie Menschen da der Weg sehr verwildert und ungepflegt ist.

Wir laufen also diesen Buckel runter, Jay ein gutes Stück voran. Da stellte ich mir doch folgende Frage: Wenn ich Theo jetzt frei lasse, müsste er ja den Buckel runter gerannt kommen. Richtung Stall, bergab, vorne viel Gras. Er als Haflinger hält da sowieso. Er läuft mir ja schon ohne Strick in die entgegengesetzte Richtung vom Stall hinterher. Wieso also hier nicht?

Mir war langweilig also beschloss ich, es auszuprobieren. Ich leinte Theo ab, der direkt die nächste Grasinsel ansteuerte und ich lief runter zu meinem Hund. Diesen leinte ich an, denn er sollte nicht unter Theos Hufe kommen. Ich ging also weiter…und weiter… und weiter…. Theo schaute zwar ab und zu nach uns, fraß aber dann genüsslich sein Gras. Ich konnte ihn schon gar nicht mehr sehen da wurde mir klar, dass er wirklich nicht hinterher kommen würde. Mein erster Gedanke war: „Jetzt muss ich den blöden steilen Buckel wieder hoch laufen..“

Mein zweiter war: „Ob ich mit dem Auto hier durch komme?… nee.. Theo passt nicht auf die Rückbank.“

Also trampelte ich genervt wieder den Weg hoch. Plötzlich entschloss Theo doch, uns nachzukommen und kam im vollen Galopp auf uns zu. Ich freute mich, denn genau das hatte ich ja erwartet. Ich machte ihm Platz und bereitete mich vor, ihn so richtig zu loben wenn er wie immer bei uns anhielt.

Ein Windhauch.

Theo war an uns vorbei gerannt. Mist.

Es drohte keine Gefahr von Personen- oder Sachschäden, deswegen blieb ich ruhig. „THEEEEEEOOOOO BLEIB STEEEEEHHHHHEN!!!“ kreischte ich trotzdem. Er zögerte kurz, fand das Rennen aber dann doch lustiger. „Du Ratte ich krieg dich!“

Jay, mittlerweile wieder ohne Leine, rannte Theo hinterher, ich rannte Jay hinterher. Leider gab es hier keine Chance das uns jemand sah denn das war bestimmt ein tolles Bild: Ein freudig hüpfendes Pony….kurz nichts…. dann ein freudig rennender Corgi hinterher… lange nichts… dann die stolpernde keuchende Steffi.

Da Theo nicht über den Zaun konnte der direkt an dem Weg und zu unserer Weide grenzte, sah ich mich im Vorteil. Er musste den langen Weg außen rum nehmen, ich konnte hier durch. „Das erste Mal in der Geschichte das Mensch das Pferd im Rennen schlägt!“ Ich nahm Anlauf und sprang mit viel Schwung über den niedrigen Zaun. Jay folgte mir und duckte sich drunter durch. Nun rannte ich wie eine Gestörte über die Nachbarweide auf unser Tor zu. Theo war noch nicht da. Meine Lunge brannte und meine Beine wurden zittrig. Trotzdem hielt ich das Tempo. Ich stolperte, flog fasst hin, sammelte mich aber wieder und rannte weiter. So schnell bin ich normal nur unterwegs, wenn es Kuchen gibt.

Ich hatte noch mindestens 50 Meter vor mir, da kam Theo aus dem Wald geschossen, bremste vor dem Tor ab und schaute direkt zu mir. „Erster!!!“ schien er zu sagen und kam direkt im Anschluss freudig und auch etwas arrogant auf mich zugetrabt.

Ich bremste nun auch ab, ließ mich keuchend auf das Gras plumpsen und fing an zu lachen. Theo kam bei mir an und schnaubte ab. Auch Jay legte sich an meine Seite und hechelte. „Naja…wenigstens hatten wir jetzt alle Bewegung.“ scherzte ich und ließ mich rücklings ins Gras fallen.

Liebe Grüße,

Gold: Theo

Silber: Jay

Bronze: Steffi (Die Letzten werden die Ersten sein!)