Jay (mein kleiner Corgi) und ich waren am Stall. Da ich in Ruhe misten wollte, sperrte ich die Pferde auf die Weide. Ein Bekannter half mir dabei denn es führten zwei Wege zum Stall. Während ich den einen Zaun (bestehend aus 3 Holzbalken) mit nur einen in der Mitte schloss, entschied sich mein Bekannter für den obersten der drei Balken. „Oh je, hoffentlich schlupft da Theo nicht unten durch.“ dachte ich mir, da die Pferde allerdings so weit draußen auf der Weide waren, dass ich sie gar nicht sehen konnte, beließ ich es dabei.

Ich mistete während Jay fröhlich im Matsch rum rannte. Ich pfiff ihn immer wieder zu mir, wenn ich Spaziergänger sah. Er liebt einfach jeden und so wie er aussah wollte ich nicht riskieren das er jemanden ansprang. Jedes Mal war ich total stolz auf ihn, wenn er sofort reagierte und auf mich zugerannt kam. Braver Hund…. Klar… von wegen..

Von weitem sah ich einen weiteren Fußgänger und wollte Jay wieder zu mir rufen. Ich merkte jedoch, dass er kurz vor seinem mega Flippie stand. Oh nein… bitte nicht jetzt….(Ihr kennt das, diese 5 Minuten die die Tiere am Tag haben und völlig am Rad drehen.)

Es geschah also wie erwartet: Der Hund veräppelte mich auf ganzen Linie. „Fang mich!“ schien er zu rufen und rannte los. Machte ich einen Schritt auf ihn zu, rannte er davon, drehte sich im Kreis oder sprang im Zick Zack durch den Matsch. Ich unterdrückte ein Lachen, er sollte ja wissen, dass ich das eigentlich nicht lustig fand.

Ich brüllte also „hier!“ und das mehrmals. Jay lachte sich ins Pfötchen und rannte wie wild umher, tat so als höre er nun auf mich, kam auf mich zu, nur um kurz vorher wieder wie ein bekloppter wegzurennen. (Kurz zur Info: Normal rufe ich einmal, dann haue ich ab und verstecke mich. Nur hier wusste ich, dass die Hose des Spaziergängers leiden würde und musste irgendwie den Hund einfangen.) Auch rannte er nie weiter als ein paar Meter weit weg, nur bekam ich ihn einfach nicht zu fassen.

Theo bekam das alles scheinbar mit. Denn „dummerweise“ hatte ich ihm das „hier“ auch beigebracht.

Ich achtete leider nicht darauf, dass Theo bereits an dem Durchgang mit dem ganz oben befestigten Balken stand. Also rief ich weiter „Hier! Hier! Hier!“. Ich hörte ein komisches Geräusch und sah zu Theo. Dieser schlupfte gerade unter dem Balken durch und wieder musste ich das Lachen unterdrücken denn wie er sich da drunter durch schob war so geil anzusehen. Nach seiner Limbo Vorstellung kam Theo auf mich zugetrabt.

Ich wurde noch böser auf Jay denn nun konnte es gefährlich werden. Junges Pferd und junger kleiner Hund.. schwierig.

Theo achtete allerdings nicht auf die wild umher rennende Wurst sondern kam schnell auf mich zugetrabt. Er blieb vor mir stehen und schaute mich an. „Ja? Ich bin da! Du hast gerufen?“

Ich brüllte Jay wieder an „hierher jetzt!“ Theo schob mir seine Nase ins Gesicht „ich bin doch da Mensch!“

Ich schob ihn beiseite (ich hatte meine Aufmerksamkeit beim Hund und checkte gar nicht, was Theo da tat) und ging auf Jay zu der immer noch kichernd durch den Matsch flitze. „Jay! Hier! Sofort!“ Theo eilte zu mir und stellte sich so dicht hinter mich, dass ich genau vor seiner Brust stand. Erst jetzt begriff ich. Nun konnte ich das Lachen nicht mehr verkneifen. Was ein Chaos!

Ich streichelte unter lautem Lachen mein Pferd und lobte es für seine Gehorsamkeit. „Wenigstens hörst du aufs Wort mein Schatz. Im Gegensatz zu dir du Monster!“ Rief ich in Jays Richtung der daraufhin noch wilder im Kreis rannte denn nun freute er sich, dass ich mich ja scheinbar total freue. (Leute ernsthaft, dass müsstet ihr mal sehen. Ihr hört nie wieder auf zu lachen.)

Jay entdeckte nun auch den Fußgänger, auch noch ein Mann (Jay ist ein Männerhund) und freute sich als hätte er einen alten Freund getroffen. Nun ja.. die schöne beige Cordhose des Mannes war danach weniger schön…und weniger beige. Doch auch er freute sich über Jay. Ich entschuldigte mich tausend Mal doch er meinte das sei überhaupt nicht schlimm. Puh.. Glück gehabt. Wir gingen zurück an den Stall.

Ich mistete in Gesellschaft meiner beiden Lieblinge weiter. Theo fraß sein Futter und Jay hörte wieder auf mich denn der Flippie war vorbei. Nach der Aufregung gerade war die Stille und die Ruhe purer Balsam für die Seele. Meine Tiere sind nicht perfekt. Wer ist das auch schon? Es wäre doch auch total öde, wenn immer alles nach Plan laufen würde.

Ich stand also da und genoss die Geräusche, die frische Luft und wieder einmal merkte ich, wie langweilig mein Leben doch ohne diese Knalltüten wäre.

Habt noch einen schönen Abend!

Steffi, Theo und Jay.