Als ich den Stall gekauft habe, ging ich mit einem Zettel und einem Stift dort die Runde. Ich schrieb alles auf was erneuert werden musste. „Ja das Tor sieht hässlich aus. Und es wackelt. Das machen wir neu. Und das auch… und das.. und das…“ Ich fing an zu planen. Kaufte Farbe, bestellte Holz.

Doch je näher der Eröffnungstermin anrückte, desto mehr schraubte ich meine Ansprüche runter. Hatte ich nun kaum Zeit für diese banalen Dinge. Alles was mich vorher total gestört hat, war nun ok. Denn es war fertig und funktional, wenn auch nicht schön. So benötigte ich die Bretter für den Zaun doch wo anders, und viele Baustellen mussten dringend fertig werden. Aus „Man ist das hässlich, dass muss sofort weg.“ Wurde „Das mache ich irgendwann neu. So in einem Jahr oder so.. vielleicht auch zwei.“

Und wisst ihr was? Ich bin völligst entspannt damit. Wichtig ist nur, dass die Basis steht denn Anfang September ziehen die Pferde ein. Der Bereich für die Pferde muss tadellos (müsst ihr bei dem Wort auch immer an Thaddäus von Spongbob denken?) und gefahrenfrei sein. Der Bereich für die Menschen hat Zeit… lange Zeit. Habe ich mir vor ein paar Wochen noch den total Stress gemacht, betrachte ich die Dinge nun anders. „Das geht nochmal.“, „Es wackelt doch nicht so arg.“ „Mit n bissl Farbe ist das wie neu.“

Das Bild vom ordentlichen, klinisch reinen Stall wisch dem ‚Alles gebaute hält sich irgendwie aneinander fest‘. Ist doch auch in Ordnung. So wird auch die Zukunft nicht vom Alltag geprägt und es wird immer was zu tun geben.

Solltet ihr mal einen eigenen Stall haben wollen: Plant euch Zeit ein. Nichts ist so stressig als wenn die Zeit einen durch das Projekt jagt. Ansonsten macht es eigentlich Spaß 😉
Ach, und was man auch braucht: Tolle Freunde die sich nicht scheuen, mit dir durch den Schlamm zu kriechen! (Danke Ronja, Jochen und Alina!!! Ihr seid so toll!!!!)